Style Saturday mit Alexandra Maurer
- Tatjana Kotoric

- 21. Feb.
- 4 Min. Lesezeit
Ich lernte Alexandra kennen, als ich sie für die Swiss Music Awards 2017 einkleiden durfte. Ich wusste bereits, dass sie ein absoluter Profi ist und nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Deutschland grosse Erfolge feierte. Bei meiner Recherche stellte ich fest, dass sie oft mutige Outfits trug – umso mehr freute ich mich auf die Zusammenarbeit.
Wie bei allen Einkleidungen fand das erste Fitting im Atelier des Schweizer Radio und Fernsehens statt. Und dann kam sie – eine strahlende, quirlige Frau. Sofort spürte man: Das ist eine coole Powerlady.
Genauso unkompliziert und inspirierend war die Zusammenarbeit mit ihr. Alexandra war offen für neue Ideen und hatte gleichzeitig eine klare Vorstellung davon, was ihr gefällt. Das ist die perfekte Ausgangslage für starke Outfits.
Als sie ein Jahr später erneut zur Einkleidung kam, erzählte sie mir, dass sie schwanger sei und bei der Ausstrahlung der Sendung bereits im fünften Monat sein werde – was nach ihrem Wunsch jedoch noch nicht öffentlich sichtbar sein sollte. Eine Einkleidung für eine so grosse Gala ist ohnehin anspruchsvoll. Mit dieser zusätzlichen «Herausforderung» war ich zugegeben etwas nervös.
Doch mit Alexandras positiver Art und ein paar meinen gezielten Stylingtricks liess sich auch diese Herausforderung meistern. Sie trug ein rotes Kleid von Dolce & Gabbana, das bis heute zu meinen absoluten Favoriten zählt. Sie sah umwerfend aus – und wie gewünscht bemerkte niemand etwas von ihrer Schwangerschaft.

Inzwischen ist Alexandra Mama von zwei gesunden Mädchen geworden und hat neben ihrer Moderationskarriere ein neues Projekt ins Leben gerufen, das anderen Frauen eine wunderbare Plattform bietet. Mehr dazu am Ende des Interviews.
Zuerst gibt uns Alexandra einen Einblick in ihren Styling-Alltag. Los geht’s.

Name: Alexandra Maurer
Alter: 43 Jahre
Beruf: Moderatorin, Unternehmerin
Wie würdest du deinen Style in 3 Worten beschreiben?
Bunt, edgy, auffallend.
Was ist dir wichtig bei deinen Outfits – besonders bei Auftritten oder im Job?
Dass ich mich wohl fühle und es meine Persönlichkeit unterstreicht.
Was ist dein absolutes Lieblingskleidungsstück – und warum?
Eine Highwaste-Jeans. Ich mag, wie sie meine Taille und Po betont.
Wie hat sich dein Stil im Laufe der Jahre verändert?
Er ist mutiger geworden, weil ich mittlerweile weiss, was zu mir passt, worin ich mich wohlfühle und welche Grösse wirklich die richtige ist – und ich nicht mehr so viel „ausprobieren“ muss. Die Experimentierfreude ist nach wie vor da, aber mehr in der Kombination der Pieces und weniger im Ausprobieren von Farben oder Styles.
Gibt es etwas, das dich modisch geprägt hat – ein Mensch, ein Ort oder ein Erlebnis?
Modisch prägen mich Bilder aus den 80er Jahren, vor allem von meiner Mutter. Ich liebe Schulterpolster, Highwaste und Mustermix - that’s me. Ich bin aber auch ein 80er Jahre Kind und liebe die Musik genau wie die Kleidung.

Wie beeinflusst dein Beruf deinen Style?
Ich liebe den Teil meines Berufes: Fittings! Da komm ich mir vor wie eine Prinzessin und darf meine Vision mit dem/der Stylist*in so richtig ausleben und gemeinsam etwas kreieren. Ich nutze diese Gelegenheit auch, um meinen individuellen Style zu platzieren.
Da zelebriere ich das Anderssein. Man hat mich früher immer daran erinnert, dass ich anders aussehe - das war vor allem in meinem Job am Anfang in der Schweiz nicht einfach und verunsicherte mich sehr. Heute bin ich ein Aushängeschild und Vorbild, weil ich anders bin und Menschen ermutige, ihre Uniqueness zu feiern. Heute falle ich gerne auf und bin mir meiner Selbst sicher.

Wenn dein Style ein Song wäre – welcher wäre es? 🎵
Cindy Lauper - Girls Just Wanna Have Fun!
Welche drei Kleidungsstücke definieren dich am besten?
High-Waist-Jeans, Bluse, Shirt oder Top, dazu Cap oder Mütze – und ich bin ready to go. Das kann man up-oder downstylen. Super easy.
Wo shoppst du am liebsten – Stores, Online, Inland, Ausland?
Ich shoppe am liebsten in New York und London. Was man hier oft nur online kaufen kann, gibt es dort in Shops wie Sand am Meer.
Die Experience ist immer ein Teil davon: die Bedienung (die es hier kaum noch gibt), ein Coffee-Stop zwischendurch oder sogar ein Gläschen Sekt angeboten zu bekommen – und das nicht nur im Prada-Store. Die Düfte in den Shops, die Musik, das Store-Design – Kleider, Schuhe, Parfums – alles in einem Laden.
Und dann die Inspiration auf den Strassen! In NYC und London trauen sich die Menschen mehr – so kann man sich echte Real-Life-Inspo holen. Hach, ich liebe es einfach.

Was ziehst du an, wenn du dich „nicht nach Mode fühlst“?
Super simple: Leggings und Crop-top oder Crop-Pulli. Sehr bequem, aber sieht gut aus. Sporty und cosy, but make it sexy. 😀
Alexandra’s Shopping-Profil:

****
Danke, liebe Alexandra, für diesen Einblick in dein Styling-Leben. Es ist so toll, wie mutig du dein Anderssein lebst und damit viele Ladies inspirierst, es ebenfalls zu tun.
Doch nicht nur mit Kleidern stärkt Alexandra Frauen: Gerade hat sie ihre neue Online-Storytelling-Plattform lanciert – inklusive Podcast, der alle zwei Wochen erscheint. WOMAN ON A MISSION ist aus ihrer eigenen Geschichte und Erfahrung entstanden. In der Rubrik „Dear Diary“ teilt sie sehr persönliche Themen.
Sie hat diese Plattform geschaffen, weil sie weiss, wie es sich anfühlt, Geschichten mit sich zu tragen, die zu schwer oder zu privat erscheinen, um sie laut auszusprechen. Mit WOMAN ON A MISSION gibt sie sich und anderen Frauen einen Safe Space, um genau diese Stories zu teilen – damit wir uns nicht allein, sondern gesehen und bestärkt fühlen.



