Style Saturday mit Raffaella Iten Metzger
- Tatjana Kotoric

- 1. Mai
- 4 Min. Lesezeit
Ich lernte Raffaella kennen, als sie gerade ihren Store in Bern eröffnete und mich als Stylistin für ein Event buchte. Vom ersten Moment an war klar: Diese Frau brennt für das, was sie tut. Quirlig, herzlich, voller Energie.
Was mich bis heute begeistert: Raffaella startete mit 50 Jahren damit, ihre eigene Taschenmarke zu designen und zu produzieren. Und sie hat es wirklich durchgezogen. Ihre Taschen werden in der Schweiz designt, in Italien produziert, weltweit verkauft – und tauchen mittlerweile auf roten Teppichen in Hollywood auf. Das sagt eigentlich alles.
Sie wählt schöne Materialien, achtet auf Qualität und bietet dabei ein Preis-Leistungs-Verhältnis, das wirklich überzeugt. Aber was ihren Brand "De Marquet" für mich besonders macht, ist Raffaella selbst.
Sie ist eine Visionärin – und gleichzeitig so eine herzliche Person, die man sofort ins Herz schliesst. Immer aufgestellt, immer hilfsbereit, immer sie selbst. Sie reist ständig, erschliesst neue Märkte und ist an vielen grossen Events präsent. Und trotzdem: Wenn ich zwischendurch für eine Kundin eine Frage habe, ist sie sofort bereit zu unterstützen. Denn Raffaella liebt und lebt ihre Marke.
Und das fühlt man in ihren Kreationen. Sie sind nicht nur schön, sondern fühlen sich gut an, sodass sie meistens Lieblingstaschen werden. Genau deshalb hat Raffaella so viele Stammkundinnen, die bei ihr regelmässig einkaufen.
So geht es mir ja auch. Ich selbst trage mehrere De Marquet-Taschen – und werde dafür regelmässig auf der Strasse angesprochen.
Jetzt teilt Raffaella ihre persönlichen Styling-Tipps mit uns. Und einige davon haben auch mich überrascht.

Name: Raffaella Iten Metzger
Alter: 59 Jahre
Beruf: Gründerin und Designerin De Marquet
Wie würdest du deinen Style in 3 Worten beschreiben?
Eklektisch, selbstbewusst, sophisticated.
Was ist dir wichtig bei deinen Outfits – besonders bei Auftritten oder im Job?
Dass ich mich selbstsicher und wohl fühle. Und – last but not least – dass sie meine Taschenkreationen in den Vordergrund rücken.
Was ist dein absolutes Lieblingskleidungsstück – und warum?
Meine uralte schwarze Lederjacke im Bikerstil – weil sie zu restlos allem passt und dadurch zum Superjoker in meinem Schrank und meinem Koffer wird: zu Jeans und T-Shirt ist sie lässig und zum eleganten Kleid schafft sie einen spannenden Bruch.
Wie würdest du deinen Style in einem Satz beschreiben?
Ich würde meinen Stil als eklektisch und selbstbewusst beschreiben – geprägt von einem Gespür für hochwertige Materialien, klaren Linien und unerwarteten Kombinationen, mit einem leisen französischen Einfluss und einer gewissen Nonchalance.
Gibt es etwas, das dich modisch geprägt hat – ein Mensch, ein Ort oder ein Erlebnis?
Meine Mama, eine wunderschöne und charismatische Frau, die auch mit kleinem Budget immer umwerfend ausgesehen hat, und die mir ihren Schuhfimmel vermutlich schon in der mitochondrialen DNA vererbt hat.

Wie beeinflusst dein Beruf deinen Style?
Als Designerin von De Marquet bewege ich mich ständig zwischen ganz unterschiedlichen Welten – von eher nüchternen Business-Settings bis hin zu Events, bei denen plötzlich klare Dresscodes und ein gewisser Glam-Faktor gefragt sind.
Genau das macht es für mich so unterhaltsam: Stil ist bei mir kein festes Konzept, sondern eher ein Spielfeld. An einem Tag funktioniert ein cleaner, zurückhaltender Look, am nächsten darf es dramatischer, eleganter oder auch mal bewusst überzeichnet sein. Diese Extreme auszuleben gehört irgendwie zum Job - und ehrlich gesagt auch zu meinem persönlichen Vergnügen. Der kleine Haken daran: Ich kann mir praktisch nie einreden „das ziehe ich ja sowieso nie an“. Ganz im Gegenteil – ich finde leider immer einen Anlass dafür, was bedeutet, dass mein Kleiderschrank (und mein Budget) regelmässig mitspielen müssen.
Wenn dein Style ein Song wäre – welcher wäre es? 🎵
Vermutlich «Gratitude» von Aves.
Welche drei Kleidungsstücke definieren dich am besten?
Stiefel (auch im Sommer ☺), Cargo Pants, Rollkragenpulli.
Welche Marken oder Designer inspirieren dich aktuell?
Ich hege seit jeher grosse Bewunderung für Ralph Lauren und sein gesamtes Schaffen. Er verkörpert eine Haltung, die meiner eigenen sehr nahekommt: die Fähigkeit, Mode in einen ganzheitlichen Lifestyle zu übersetzen. Besonders inspiriert mich, wie er kulturelle Einflüsse in seinen Kollektionen vereint und dabei Welten erschafft, die Menschen berühren – stets geprägt von zeitloser Eleganz und unverkennbarer Klasse.
Welche Farben dominieren deinen Kleiderschrank?
Die klare Palette der 90s: Schwarz, Beige, Weiss, Grau, Braun, Navy und Highlights in Hellblau, Türkis und Orange. Und so gut wie keine Muster, das bin einfach nicht ich.
Gibt es ein Outfit, das du nie vergessen wirst – aus gutem oder schlechtem Grund?
Mein 1996 selbst designtes Hochzeitskleid: ein dreiteiliger Hosenanzug in écrufarbenem Seidenkrepp mit bauchfreiem Neckholder-Top und Oversize-Blazer mit Trompetenärmeln. Ich finde ihn immer noch umwerfend iconic und unsäglich mutig.

Gibt es Styling-Tricks, die du dir über die Jahre angeeignet hast?
Ich reise sowohl beruflich wie privat sehr häufig und dadurch habe ich die Taktik der Zweckentfremdung adaptiert (weil manchmal ein wichtiges Teil fehlt): ich verwende einen Pullover als Schal, ein Bikinioberteil als Top unter dem Blazer für einen eleganten Abend, eine Krawatte mit Paisleymuster als Boho-Gürtel, verwandle einen Beach-Pareo mit goldfarbenen Sandalen zum Cocktailoutfit. Was als Notlösung begann, hat mittlerweile System und funktioniert immer.
Raffaella’s Shopping-Profil:

****
Danke, liebe Raffaella, für deine spannenden Tipps. Pullover als Schal – wow, das probiere ich aus 😎. Krawatte als Boho-Gürtel – wie kreativ! Love it.
Und für alle, die jetzt Lust bekommen haben, auch eine neue Lieblingstasche zu ergattern – hier könnt ihr in Raffaellas Kollektionen stöbern und eure neue perfekte Tasche finden.
Und wir zwei planen schon gemeinsame Projekte – dazu bald mehr. Ich freue mich jetzt schon wie ein kleines Kind.
Auf bald.
Eure Tatjana

