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Style Saturday mit Sandra Studer

Es gibt Frauen, deren Präsenz man nie vergisst. Sandra Studer ist eine von ihnen. Als ich 2008 meinen Job beim SRF annahm, kannte ich sie bereits von ihren grossen Swiss-Award-Auftritten. Für mich war sie immer eine der prägendsten Stilpersönlichkeiten der Schweiz– unsere Cindy Crawford. Sie moderierte die bedeutendsten TV-Sendungen des Landes und verkörperte in ihren Abendkleidern eine seltene Mischung aus Stärke, Eleganz und Weiblichkeit.


Unser erstes gemeinsames Styling beim SRF werde ich nie vergessen. Ich wartete ein wenig nervös im Umstylingraum, als Sandra hereinkam – in Turnschuhen, die Haare lässig zum Pferdeschwanz gebunden. Ihre herzliche, offene Art nahm mir sofort jede Anspannung. In diesem Moment wurde mir klar: Hinter der glamourösen TV-Persönlichkeit steht eine Frau mit Bodenhaftung, Wärme und Humor.


In den Jahren danach durfte ich Sandra bei vielen grossen Anlässen als Stylistin beraten. Eine meiner ersten grossen Stylingpannen erlebte ich ausgerechnet mit ihr: Bei der Generalprobe des Sports Awards gab der Reissverschluss ihres Abendkleides nach. Während ich innerlich Panik schob, blieb Sandra völlig ruhig. Diese Gelassenheit, dieses Vertrauen – dafür bin ich ihr bis heute dankbar.


Doch es waren nicht nur die Herausforderungen, sondern vor allem die vielen magischen Momente: grosse Galas, legendäre TV-Sendungen wie die Swiss Awards, die Sports Awards oder Darf ich bitten – und unzählige Augenblicke hinter den Kulissen, die zeigten, was wahre Professionalität bedeutet.



Hier einer der letzten Einsätze für ein Editorial. Mit Sandra zu arbeiten bedeutet immer auch viel Lachen und gemeinsame Freude.
Hier einer der letzten Einsätze für ein Editorial. Mit Sandra zu arbeiten bedeutet immer auch viel Lachen und gemeinsame Freude.

 

Sandra ist für mich längst mehr als eine Arbeitskollegin. Sie ist ein Vorbild, eine Mentorin – und inzwischen eine Freundin. Dass sie ein paar Jahre älter ist als ich, macht mir das Älterwerden erstaunlich leicht. Wenn ich nur annähernd so altere wie Sandra, dann weiss ich: Alles wird gut.


Ja, Sandra ist eine Beauty – aber noch viel mehr ist sie eine Frau mit einem grossen Herzen. Mit ihrer Präsenz und Herzlichkeit zieht sie Menschen in ihre Bann und mit ihrer Professionalität überzeugt sie auf ganzer Linie. Sie scheut sich nie, die Extrameile zu gehen – für Qualität, für Tiefe, für Exzellenz.


Als sie dieses Jahr den grossen internationalen ESC in der Schweiz moderierte – wie keine andere – und damit endgültig alle Herzen weit über die Landesgrenzen hinaus eroberte, hätte ich nicht stolzer auf sie sein können. Umso mehr freut es mich, dass Sandra heute mit uns hier ihre Stylinggeheimnisse, ihre Erfahrungen und ihre Haltung teilt.


Fotocredits: Vladimir Druskovic
Fotocredits: Vladimir Druskovic

Name: Sandra Studer

Alter: 56 Jahre

Beruf: Moderatorin, Sängerin, Musicaldarstellerin

 

Wie würdest du deinen Style in 3 Worten beschreiben?

Beruflich: elegant, stilvoll, shiny. Privat: schlicht, sportlich, unprätentiös.


Was ist dir wichtig bei deinen Outfits – besonders bei Auftritten oder im Job?

Sie müssen bequem sein und mir ein gutes Gefühl geben. Am liebsten trage ich Hosenanzüge. Beim Moderieren muss ich auch mal breitbeinig dastehen können, weil ich ja noch auf den High Heels balancieren muss. Die trage ich immer noch, weil ich ja eher klein geraten bin.

 

Was ist dein absolutes Lieblingskleidungsstück – und warum?

Sorry, meine Antwort fällt da sehr unglamourös aus. Das ist definitiv mein Pyjama von Zimmerli. Wenn ich es trage, läute ich den schönsten Moment des Tages ein: ins Bett sinken, Zeitung lesen und dann schlafen.


Sandra im Pyjama-Look
Sandra mit ca. 23. Jahren. In einem Seiden-Pyjama-Look

Gibt es etwas, das dich modisch geprägt hat – ein Mensch, ein Ort oder ein Erlebnis?

Bei meiner Arbeit im Fernsehen gab es Anfang der 90er-Jahre noch keine Stylisten. Ich trug einfach irgendetwas aus meinem Kleiderschrank oder ging mit der Frau meines Chefs einkaufen. Das sah dann manchmal entsprechend aus…


Ich war dann so froh, als endlich professionelle Hilfe kam und wir eingekleidet wurden. Natürlich waren die vielen Jahre mit dir, Tatjana, prägend. Du hast mich für so viele grosse Shows eingekleidet und mich als Mensch mit meinem Stil erfasst. Ich war immer so froh, dass ich mir da keine grossen Gedanken machen musste, sondern in guten Händen war. Daraus ist ja eine Freundschaft geworden, und wenn ich ganz verzweifelt bin, rufe ich dich ja heute noch an.


Wie beeinflusst dein Beruf deinen Style?

Ich bin eine etwas seltsame Pflanze. Privat bin ich ziemlich uneitel und nicht sehr gestylt unterwegs. Wenn ich allerdings auf einer Bühne stehe, dann möchte ich gut aussehen. Das trägt auch zur Sicherheit bei, die ich als Moderatorin oder Performerin ausstrahlen möchte. Daher bin ich froh, wenn ich ein paar Outfits habe, die einfach sitzen und mir ein gutes Gefühl geben.

Sandra mit 20 Jahren
Sandra Studer mit 20 Jahren – den Spass an der Mode sieht man ihr schon an.


Wie hat sich dein Stil von deiner Kindheit bis heute entwickelt?

Ich bin als Nesthäkchen mit zwei älteren Schwestern aufgewachsen. Ich habe alle ihre Kleider geerbt und musste sie sieben und zehn Jahre nach ihnen tragen. Wenn Röhrlihosen angesagt waren, musste ich die Schlaghosen von Irene und drei Jahre später noch die von Sylvia austragen. Ich war immer gegen den Modestrich gebürstet.


Vielleicht hat das dazu beigetragen, dass ich lange kein ausgeprägtes Mode-Interesse hatte. Durch meinen Beruf und mein öffentliches Auftreten habe ich erst realisiert, dass Kleidung auch einen Einfluss auf die Haltung, auf Stil und Selbstsicherheit hat.


Gibt es einen Fashion-Trend, mit dem du gar nichts anfangen kannst?

Ich konnte seltsamerweise nie etwas mit transparenten Stoffen anfangen. Keine Ahnung, warum. Sie gefallen mir an mir und auch an anderen nicht.


Gibt es ein Outfit, das du nie vergessen wirst – aus gutem oder schlechtem Grund?

Mein Kleid für den Eurovision Song Contest 1991 ist mein Juwel im Kleiderschrank. Weil ich es mehr als 30 Jahre nicht mehr hatte. Nach dem ESC übergab ich es kopflos dem Fanclub und dachte, es wäre inzwischen verschwunden oder an irgendwelchen Verkleidungs-Parties zerstört worden. Vor zwei Jahren fragte ich mal bei einem Konzert im Kaufleuten von der Bühne ins Publikum, ob wohl jemand wüsste, wo mein Kleid ist.


Und tatsächlich kam ein paar Tage später ein Paket mit meinem Original-Kostüm. Unbeschadet, wie neu! Seither hängt es gut behütet in meinem Kleiderschrank und ich konnte es dieses Jahr sogar am ESC tragen, als ich meinen Song von 1991 sang. Das war eine kleine Sternstunde für mich.


Sandra am ESC
So sah Sandra in ihrem Outift am ESC 1991 aus. Dieses hat sie zusammen mit ihrer Mutter gekauft. Ich finde: Eine tolle Wahl – der ganze Look.

Gibt es Styling-Tricks, die du dir über die Jahre angeeignet hast?

Ich schaue heute auf das, was mir an mir gefällt und versuche es zu unterstreichen. Statt mich über das zu ärgern, was mir nicht gefällt.


Wenn du einen Style-Rat an dein 20-jähriges Ich geben könntest – welcher wäre es?

Ich würde meinem 20jährigen Ich sagen, sie soll nicht so sehr auf ihre eher konservative Mama hören und auch mal ein bisschen mutiger sein. Mir wurde beigebracht, nicht aufzufallen und immer dezent und anständig zu sein. Ein bisschen mehr Punk und Rock`n Roll hätte mir gut getan.

 

Sandra’s Shopping-Profil:


 

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Danke liebe Sandra 💗 für dieses inspirierende Interview!


Ich bin gespannt, wohin unsere gemeinsamen Styling-Wege uns noch führen und welche tollen Outfits wir weiterhin gemeinsam kreieren werden.


Und wenn du jetzt mehr von Sandra erleben willst: Vom 6. Mai bis 14. Juni spielt sie in der MAAG Halle in «Mamma Mia». Absolut empfehlenswert. Mehr Infos und Tickets gibt es hier ⬅️.



 



 
 
 

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